Wer zu spät kommt, spürt die Folgen
Das Klimasystem ist träge. So sind die Folgen des Kohlendioxid-Anteils, den unsere Großeltern erzeugt haben, erst heute zu spüren. Doch die Erderwärmung legt stärker an Tempo zu, als selbst Klimaforscher bislang erwartet haben. Das potenziert die Folgen. ![]()

Blätter und Schoten dicht
Skeptiker des Klimawandels betonen, dass der CO2-Anstieg in der Atmosphäre der beste Dünger für die Natur sei, da sie Kohlendioxid in Biomasse verwandelt. Je mehr CO2, umso mehr Biomasse, könnte man schlussfolgern - doch so einfach lassen sich Pflanzen nicht mästen. Je mehr Hitze, umso träger werden auch Pflanzen, die noch empfindlicher reagieren, wenn der Regen fehlt. In den vergangenen Jahren haben die Bauern in Nord- und Ostsachsen - den traditionellen Braunkohlenregionen - am häufigsten über Trockenheit und Missernten geklagt. Sie spüren den Regenmangel doppelt. ![]()

Bereits der Sommer 2003 war purer Stress für Pflanzen und Bauern. 17 Millionen Euro wurden von Bund und Land als Ausgleich für die sächsische Missernte gezahlt.
Was die Landwirtschaft erwartet:
Sachsen wird in diesem Jahrhundert von Trockenheit und Dürren geplagt. Der Regen fehlt vor allem in der Vegetationszeit.
Die sächsische Landwirtschaft sucht daher nach Pflanzensorten, die Wärme vertragen und möglichst wenig Wasser verbrauchen.
Was Sachsen anbaut 

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Getreide - Die Wintergerste kann ihren Wasserdurst vor allem im Frühjahr stillen. Winterweizen und Roggen sind auf die Niederschläge ab Mai angewiesen - bleiben sie aus, sinken die Ernteerträge deutlich.
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Mais - Die Pflanze braucht weitaus weniger Wasser fürs Wachstum. Der Mais wird deutschlandweit vor allem zur Tierfütterung und für Biogas verwendet. Dass sich hieraus auch Tortillas und Maisbrei zubereiten lassen, hat sich hierzulande noch nicht durchgesetzt.
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Kartoffel und Zuckerrüben - Beide haben einen höheren Wasserbedarf als Weizen.
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Sonstiges - Gemüse, Obst, Raps und weitere Futterpflanzen usw.
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Hirse - Joker für die Zukunft? - Hirse wird in Sachsen derzeit nicht angebaut. Sie hat im Vergleich zum Mais den Vorteil, dass auch bei extremem Wetter die Ernte nie komplett ausfällt.
Quelle: Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft: Sächsischer Agrarbericht 2005
Kartoffeln und Rüben werden bei der prognostizierten Hitze künftig nur noch mit zusätzlicher Beregnung wachsen. Das Grundnahrungsmittel Getreide, die häufigste landwirtschaftliche Pflanze in Sachsen, ist im Sommer durstig. Bislang zögert der Freistaat mit künstlicher Bewässerung. Grund sind die hohen Kosten: Der "Kunstregenpreis" liegt je nach Trockenheit bei 250 bis 500 Euro pro Hektar. Fraglich ist auch, ob sich in Dürrezeiten genügend Wasser finden lässt.
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