Sieht so der künftige Winter aus?
Forstwirtschaft: Fichte flüchtet ins Exil
Die Fichte wächst schnell, liefert gutes Holz, schluckt CO2 und ist die häufigste Baumart in Sachsen. Noch. Mitte des Jahrhunderts könnte die Fichte fast verschwunden sein. Entkräftet vom Borkenkäfer, zerfetzt von heftigen Windböen und vor Hitze erschöpft. Die Fichte will es feucht und kühl. Dieser Ort lässt sich künftig nur noch auf dem Erzgebirge finden - der Gipfel wird hart umkämpft sein: Denn je mehr sich die Ebenen erwärmen, umso mehr wandert die einheimische Vegetation auf die kühlere Höhe. Dass es für den sächsischen Wald zu warm wird, verschuldet der Freistaat mit seinen Kohlekraftwerken in Lippendorf und Boxberg täglich neu.
Wie sich Sachsens Wald verändern wird:

(Quelle: Sächsische Forstbezirke)
Tourismus: Winter adé?
Die höchstgelegene sächsische Stadt Oberwiesenthal braucht im Winter über Schnee nicht zu klagen. Die Klimaforscher zeichnen jedoch andere Zukunftsprognosen
: Die Grenze für die schneesicheren Skigebiete wird in den nächsten Jahrzehnten von 1.200 auf 1.500 Meter steigen - der Rest bekommt vor allem Regen ab. Das könnte das Aus für den Wintersport im Erzgebirge bedeuten, der jährlich eine halbe Million Touristen zählt.
Sieht so der künftige Winterurlaub aus?

Oberwiesenthal liegt mit 914 m über Normalnull künftig vermutlich zu niedrig, um mit ausreichend natürlichem Schnee versorgt zu werden. Schneekanonen, die schon jetzt die Saison im Erzgebirge sichern, verschlingen Unmengen von Strom und Wasser.
Die erfolgreichen Wintersportler aus der Region könnten hingegen wie die Vegetation nördlich ziehen und auf Trainingsstätten nach Skandinavien ausweichen. Millionen Wintertouristen aus dem Erzgebirge, dem Schwarzwald und den Alpen werden wohl folgen. Was der Erzgebirgsregion bleibt? Sie könnte sich als kühle Sommerregion für hitzegeplagte Städter vermarkten.
Land unter bei Wetterextremen
Von der "Sächsischen Sintflut" sprachen viele, als sich im August 2002 mehrere Hochwasser über Sachsen ergossen. Die Flut 2002 war kein einmaliges Ereignis: In den Jahren 1342 oder 1784 erlebte ganz Mitteleuropa dramatische Hochwasser, knapp 60 Jahre - 1845 - später stand Dresden unter Wasser.

Über Sachsen brach im August 2002 innerhalb von 24 Stunden der Himmel zusammen: Durchschnittswert 120 Millimeter pro Quadratmeter. Die Versicherungen zahlten für die Elbflutschäden
in Sachsen 1,8 Mrd. Euro.
Ist an solchen Extremereignissen
die globale Erderwärmung schuld? Klimaforscher sagen Jein. So wenig wie ein paar Schwalben den Sommer ankündigen, so wenig lässt sich mit Einzelereignissen der Klimawandel
beweisen, wir bspw. mehrjährige Messreihen. Wissenschaftler des Instituts für Meteorologie der TU Dresden
zeigen jedoch, dass sich Extremwetter in Sachsen häufen.

Überraschend fielen im Juni 2006 in Leipzig stellenweise tennisballgroße Hagelkörner vom Himmel. Wie kommt ein Hagelsturm zustande? Tropfen aus warmen Wolkenschichten werden durch starke Aufwinde in kalte, hohe Luftschichten gewirbelt, gefrieren dort zu Eis und fallen aufgrund der Schwerkraft wieder nach unten. Sind die Körner zu klein, dreht sie der Wind erneut nach oben, so lange, bis die Eisbälle zur Erde fallen. Der Hagelschauer in Leipzig hinterließ tausende zerbeulte Fahrzeuge, zerschmetterte Ziegel und Dachfenster - die Versicherungsbranche schätzte einen Millionen-Euro-Schaden.
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