Kyoto-Protokoll: Zu brav für ein tonnenschweres Problem
Ist das Klima noch zu retten? Ja, sagt der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU), ein Gremium aus Wissenschaftlern, das die Bundesregierung berät: Vorausgesetzt der Kohlendioxid-Anteil in der Atmosphäre sinkt deutlich, und die weltweite Erderwärmung steigt nicht über 2° C. Schon dieser Wert hat Folgen für die Artenvielfalt unseres Planeten und je höher wir ihn treiben, umso mehr Leben kostet er.
Das 2° C -Ziel ist möglich, wenn bis zur Jahrhundertmitte weltweit der
jährliche Pro-Kopf-Anteil an Kohlendioxid auf zwei Tonnen gesenkt wird.
Jedoch: Der CO2-Anteil wächst weltweit, statt dass er sinkt.

Quelle: Bundeswirtschaftsministerium, Bundesumweltministerium sowie
OECD-Angaben, Sächsischer Klimaschutzbericht 2005
Die CO2-Reduktion stellt die Mehrheit
der Länder vor eine enorme Aufgabe. Da sich das Kohlendioxid weltweit in der Atmosphäre verteilt, muss sich Weltgemeinschaft
auf eine globale Reduktion einigen.
Der globale Rettungsversuch
Das 2° C-Ziel ist ein hartes Stück Arbeit: 80 Prozent des globalen Kohlendioxid-Anteils müssen gesenkt werden. Das Kyoto-Protokoll
ist ein Anfang auf diesem Weg, doch weist es bislang nur ein dürftiges Reduktionsziel
auf, dass vermutlich nicht einmal erfüllt wird. Hinzu kommt: Die Industriestaaten
scheinen beim Thema Klimawandel nicht aus ihren Fehlern zu lernen, und Länder wie China und Indien wollen sie erst einmal begehen. Die asiatischen Staaten wachsen in einem atemberaubenden Tempo und holen ihre Energie mehrheitlich aus Öl, Erdgas und Kohle, wie alle anderen. Das könnte in diesem Jahrhundert zu einem Klimakollaps
führen, auch die ausgehenden fossilen Rohstoffressourcen werden härter umkämpft.
Quelle: Münchner Rück , PIK und UNFCCC) ![]()
Auch Sachsen steht vor einem harten Stück Arbeit: Im Jahr 2005 lag der CO2-Anteil bei rund 52 Millionen Tonnen. Diesen Anteil will das Bundesland bis 2010 vorerst auf 44,3 Millionen Tonnen senken.

Um das 2° C-Ziel zu erreichen, müsste Sachsen seinen jährlichen CO2-Ausstoß auf zehn Millionen Tonnen senken. Die sächsische Staatsregierung erklärt, das Kohlendioxid senken zu wollen, doch sehen die Taten anders aus. Sie genehmigte den neuen Block im Braunkohlekraftwerk Boxberg, mit dem der CO2-Anteil im Land wieder steigen wird. Die sächsische Landesregierung ignoriert bei der Boxberg-Zusage den Klimawandel und seine bedrohlichen Folgen, vor denen weltweit Klimaforscher, Regierungsberater, oder Politiker, wie der Ex-US-Vizepräsident Al Gore warnen.
Machen Sie eine Kyoto-Diät!
Sparen Sie bei Ihrem persönlichen CO2-Anteil. Sie können Tonnen verlieren. Berechnen Sie Ihre Emissionen beim Fliegen, beim Autofahren. Prüfen Sie, woher Ihr Stromversorger seine Energie bezieht. Die Alternative wäre Ökostrom.
Unter folgender Web-Adresse können Sie Ihre persönliche CO2-Bilanz erstellen: http://www.bayern.de/lfu/luft/co2_rechner/index.html. Sie können Ihren CO2-Anteil Schritt für Schritt zu senken. Sie wären nicht der Erste.

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